Nicht ohne Bedenken bin ich mit zwei Freundinnen zum Burger Amt  in die Trierer Nagelstraße gegangen. Der erste Eindruck: Die Location überzeugt. Von weitem sieht man schon den grün-weiß gestreiften Terrassenschirm, unter dem man auf den Holzbänken im Freien das Essen genießen kann. Die Toiletten – eine Kleinigkeit, die mich zum Schmunzeln bringt – ziert nicht das normale Geschlechtersymbol, sondern der Kopf der Bundeskanzlerin. Für die Männer hat Angie sich einen Schnäuzer wachsen lassen, für die Damen wie gewohnt oben ohne. Durch die Grüntöne, die Speisekarte und die – mit Hip-Hop-Covern zuplakatierte – Decke macht das Burger Amt in Trier zu einer lässigen, coolen Location. Damit erinnert es kein Stück an die üblichen Burgerketten. Für mich ein Ambiente der Extraklasse!

Foto: Lisanne Dornoff

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Restaurant mit lokalem Bezug

Extraklasse auch daher, weil das Burger Amt in Trier unabhängig vom gleichnamigen Restaurant in Berlin ist. Es bestehe eine Partnerschaft, erzählt mir Julia, die im Burgerbüro arbeitet. Das Restaurant sei jedoch kein Franchise-Unternehmen, sondern selbstständig. Daher gibt es auch einige Dinge auf der Speisekarte, die man in Berlin nicht finden wird. Dazu gehört der „Trappenburger“, der auf Paul Trappen, einen berühmten Trierer Ringer und Gewichtheber zurückgeht. Zufällig ist dieser auch ein Vorfahr des Besitzers „Benny“ Becker, der zu Anfangszeiten selbst im Berliner Burger Amt gebrutzelt hat.
Natürlich umfasst die großzügige Auswahl viele Fleischburger verschiedener Art: Vom Standard Hamburger über den Silla Bomb mit doppelt Beef bis zum Mediterran Vegi Burger ist hier für jeden was dabei. Chickenburger und Burger mit Bacon werden ebenfalls angeboten.
Doch auch Feinschmecker kommen hier auf ihre Kosten: Japanische Teriyakisoße, gehackte Walnüsse, feurige Jalapeños und Baconmarmelade lassen Gourmetherzen höher schlagen.

Foto: Lisanne Dornoff

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Veggies „lost in Paradise“

Ich als eingefleischter Vegetarier entscheide mich für den Gemüseburger Klassik. Das Fleisch, das dem Burger seine feste Konsistenz verleiht, wird durch selbstgemachte Gemüsepuffer aus Bio-Kartoffeln, Möhren, Zucchini, frischen Zwiebeln und Mais ersetzt. Das klingt nicht nur gut, das schmeckt auch. Einziges Manko ist die Handlichkeit – sich beim Essen nicht komplett einzusauen wird hier zu einer Kunstform erhoben.
Doch auch die anderen vegetarischen Burger machen Lust auf mehr: Der Gemüse Erdnuss Burger oder der Halloumiburger Tzaziki sind nicht nur etwas für Vegetarier, auch Fleischesser dürfen sich angesprochen fühlen. Aus diesem Grund hat mein zweiter Besuch nicht lange auf sich warten lassen: Nachdem ich umfangreich von der entspannten, jungen Atmosphäre und der großen Auswahl geschwärmt habe, gaben meine Freunde dem Restaurant eine Chance. Fünf Allesesser testeten die Burger in der Nagelstraße, und allen hat es geschmeckt.

Foto: Lisanne Dornoff

Foto: Lisanne Dornoff

 

Für Veganer werden – bisher – noch keine Burger angeboten, es gibt aber viele vegane Dips und Früchte, Mushroom Nuggets oder Pommes, die man sich dazu bestellen kann. Ein Burger kostet zwischen sechs und zehn Euro, dazu kann man das hauseigene BURGERAMT „Wartebier“ – Craft Beer für 3,60 Euro trinken und ein handgemachtes, naturbelassenes Fruchteis am Stiel schlecken. Auch für Veganer zu haben.

 

Text: Lisanne Dornoff

Foto: Lisanne Dornoff

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Foto: Lisanne Dornoff

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