An allen Ecken und Enden wird noch gewerkelt, aber bis morgen Vormittag soll alles fertig sein. Um 11 Uhr am Freitag eröffnet L‘ Osteria im Posthof – genau dort, wo dem Vormieter, dem Olewiger Sternekoch Wolfgang Becker, das Gastro-Glück nicht hold war. L’Osteria-Betreiber Udo Hänold verspricht sich hingegen viel von seinem bislang größten Restaurant.

260 Plätze drinnen, weitere 160 außen – damit wird L’Osteria zu den größten Restaurants in Triers Altstadt gehören. „Es ist auch mein bislang größtes“, sagt Udo Hänold. Der 49-jährige Bonner ist nun Betreiber von acht der insgesamt 58 Gaststätten des Kettenitalieners in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von seinem neuen Standort ist Hänold „sehr überzeugt. Ich glaube, wir passen sehr gut zum Posthof.“

Das hatte Vormieter Wolfgang Becker wohl auch zurm._l'osteria_posthof_restaurant (morgen roland)nächst gedacht und laut eigenem Bekunden 1,25 Millionen Euro in sein im Juni 2013 gestartetes XO-Projekt investiert. Doch die Kombination aus Restaurant, Terrassengastronomie, Bar und Feinkostladen wollte nicht so recht zünden. Und als im Juni 2015 das Hotel Ibis Styles mit 100 Doppelzimmern im rückwärtigen Posthof-Bereich eröffnete, war es wegen Gästebeschwerden dann auch rasch vorbei mit den lauschigen Party-Abenden im Innenhof. Vor einem halben Jahr räumte Becker, mit seinem XO-Projekt in die Insolvenz gegangen, das Feld.
„Wir werden keine störende Geräuschkulisse produzieren“, verspricht Hänold.

Hotelchefin Melanie Erasme (44) bestätigt, dass der L’Osteria-Macher frühzeitig das Gespräch mit ihr gesucht habe, um jedweden Befürchtungen entgegenzutreten. „Ich denke, wir werden gut miteinander auskommen“, sagt sie nun.
Auch die Immobilienbesitzer strahlen Optimismus aus. „Der Mix stimmt“, verlautet aus der Unternehmensgruppe Gilbers & Baasch (Trier), die im Herbst 2010 die verwaiste alte Hauptpost gekauft hat. Die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Komplexes mit 17 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bezeichnen Gilbers & Baasch nun als „erfolgreich abgeschlossen“. Neben Hotel und Gastronomie beherbergt der Posthof Geschäfte, Büros und Praxen.

Eine Million Euro investiert

Udo Hänold hat, wie er sagt, gut eine Million Euro in sein Trierer Pizza-und-Pasta-Restaurant gesteckt, das am Freitag, 22. April, um 11 Uhr offiziell an den Start geht, und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter, 30 von ihnen seinen Voll- und Teilzeitkräfte.

Und wie steht Eric Naunheim, mit seinem Donna Mia (76 Plätze im Kasino, 140 auf dem Platz) bisher der Italiener-Platzhirsch am Kornmarkt, zum neuen Mitbewerber? „Wir sehen das positiv. Konkurrenz belebt das Geschäft“, erklärt der 49-Jährige; „Außerdem hat sich der Kornmarkt, der bis zum Jahr 2000 noch ein hässlicher Parkplatz war, so gut entwickelt, dass da auch zwei Pizzerien gut nebeneinander bestehen können.“

Von Roland Morgen