Es kommt nicht sonderlich häufig vor, dass man sich eine Zutat, mit der man sonst hervorragend Gemüse anbrät, auch als Pflegekur in die Haare einmassieren kann. Doch Kokosöl ist ein wahres Naturtalent. Ob in der Küche oder im Badezimmer – das Naturprodukt findet wirklich überall Verwendung.

Am Anfang war die Kokosnuss: Kokosöl, Kokosnussöl oder auch Kokosfett wird natürlich aus der Kokosnuss gewonnen. Somit zählt es zur Reihe der Pflanzenöle. In der Heimat der Kokospalmen, beispielsweise in Indonesien, wurde seine kosmetische und pflegende Wirkung schon immer geschätzt. Mittlerweile kann man die Wunderwaffe nicht nur im Supermarkt, sondern auch im Drogerieregal finden. Ein Clou: Bei Zimmertemperatur ist das Kokosöl eine feste, weiße Masse. Reibt man es in den Händen oder lagert es in einem wärmeren Umfeld, dann schmilzt es und ist als durchsichtige Flüssigkeit zu verwenden. Zudem duftet es dann noch intensiver und verleiht Strandgefühle – auch im Winter.

Natur pur: Kokosöl verfügt über die perfekte Zusammensetzung: Die enthaltene Laurinsäure wirkt antibakteriell und kann sogar Viren und Pilze töten. Auf diese schützende Wirkung verlassen sich auch Hersteller hochwertiger Beautyprodukte. Zudem spenden Fettsäuren des Kokosöls Feuchtigkeit und regulieren den Säure-Basen-Haushalt der Haut. Der klare Vorteil: Während andere Kosmetika chemische Stoffe beinhalten, ist natürliches Kokosöl frei von Chemie. Über schädliche Reaktionen muss Frau sich keine Gedanken machen – im Gegenteil: Das unverarbeitete Fett ist in seiner natürlichsten Form am wirksamsten und effektivsten. Gerne wird es daher in Kombination mit anderen Naturstoffen zu Masken oder Cremes zusammengemischt.

Hauptsache frisch: Ein beliebtes Einsatzgebiet ist natürlich die Haut: Wegen seiner antibakteriellen Wirkung kann Kokosöl hartnäckige Pickel und Herpes zum Abklingen bringen. Gleichzeitig wirkt es grundsätzlich einer verunreinigten Haut entgegen und erzeugt ein klares und gesundes Hautbild. Einfach ins Gesicht geben und über Nacht einwirken lassen – am nächsten Tag glänzt der Teint super frisch. Zudem wirkt Kokosöl der Hautalterung entgegen und kann Cellulite durch seine geschmeidige Wirkung vermindern. Hierfür wird Kokosöl gerne als Massageöl verwendet. Tagsüber zaubert es zudem geschmeidige Lippen, am Abend lässt sich Make-up damit entfernen und am nächsten Morgen mildert es Augenringe.

Fürs Köpfchen: Auf dem Kopf bewirkt das Öl wahre Wunder: Eine Haarkur mit Kokosöl spendet der Mähne über Nacht Feuchtigkeit. Außerdem bringt Kokosöl trockene Spitzen wieder zum Glänzen und krauses Haar wird gebändigt. Und aufgepasst: Der Wirkstoffkomplex des Pflanzenöls bekämpft auch lästige Schuppen. Eine weitere Verwendung findet das Kokosfett dann beim Lachen: Zum einen bekämpfen seine Säuren die Bakterien im Mundraum und Karies kann so vorgebeugt werden. Zum anderen macht es Zähne weiß – zumindest nach der Tradition des Ölziehens: Dabei soll Öl am Morgen nach dem Aufstehen mehrere Minuten lang durch die Beißer gepresst werden – die Giftstoffe werden scheinbar rausgezogen. Nach längerer Anwendung werden die Zähne angeblich heller.

Wie man sieht, ist das Kokosöl eigentlich aus keinem Bad wegzudenken. Und dabei wurden noch längst nicht alle Leistungen der Wunderwaffe genannt: Schürf- und Schnittwunden heilen schneller ab; als Deo bringt es Kokosduft unter die Achseln; fürs Frühjahr kann man sich dann noch im Hinterkopf behalten, dass das Pflanzenöl bis zu einem geringen Grad auch vor UV-Licht schützt, und im Sommer dient es als perfekte Pflege nach dem Sonnenbaden.

Ein Mitarbeiter zeigt auf der Goodyear-Plantage in Karkar, Papua-Neuguinea  eine frische Kokosnuss. Die Hälften werden getrocknet, anschließend wird daraus Kokosnussöl gepresst. 6000 Kokosnüsse bringen eine Tonne Kopra und daraus entstehen 420 Liter Öl. Foto: Christiane Oelrich dpa

Ein Mitarbeiter zeigt auf der Goodyear-Plantage in Karkar, Papua-Neuguinea eine frische Kokosnuss. Die Hälften werden getrocknet, anschließend wird daraus Kokosnussöl gepresst. 6000 Kokosnüsse bringen eine Tonne Kopra und daraus entstehen 420 Liter Öl. Foto: Christiane Oelrich dpa