Nirgendwo auf der Welt wird so wenig Fleisch gegessen wie in Indien. Fast die Hälfte der Bevölkerung des asiatischen Landes lebt, aus religiösen Gründen, vegetarisch. Der Verzehr von Fisch und Fleisch sorgt für schlechtes Karma, das glauben zumindest viele Hindus und Buddhisten. Ihre Gemüseküche haben die Inder in die ganze Welt exportiert. Indische Restaurants   bieten in aller Regel eine Fülle an vegetarischen Gerichten an. Lamm, Schwein und Co. tauchen als Zugeständnis an die westliche Küche aber trotzdem auf der Speisekarte auf.

Auf einem Schild vor der Tür wirbt das Taj Mahal in der Neustraße 56 mit seinen „vegetarischen GeriDSC_0163[1]chten“. Der Laden ist mir sofort sympathisch. Das Restaurant befindet sich in der zweiten Etage eines imposanten, alten Gebäudes. Im Erdgeschoss des Hauses gibt es einen Irish Pub. Am Eingang der Kneipe vorbei führt eine schmale Treppe nach oben. Wenige Stufen Später stehe ich dann im Restaurant. Von innen macht das Taj Mahal seinem Namen alle Ehre. An der Wand hängen verzierte Spiegel und Gemälde, die Frauen, Männer und Götter zeigen. Die  Stühle sind mit blauem Stoff gepolstert und mit goldenen Ornamenten verziert und die leuchtenden Fußbodenplatten tauchen den Raum in ein warmes Licht.

Dem vegetarischen Essen werden in der Speisekarte des Taj Mahal mehrere Seiten gewidmet. Es gibt verschiedene Currys, gefüllte Teigtaschen (Samosas) und frittiertes Gemüse in Kichererbsenmehl (Pakoras). Die Auswahl fällt nicht leicht. Aber heute bin ich nicht in der Stimmung für Experimente und bestelle mein Lieblingsgericht: Paneer, einen hausgemachten Frischkäse in sahniger Tomatensoße. Dazu wird Basmati-Reis und Naan (selbstgebackenes Fladenbrot) serviert. Meine Freundin bestellt Kartoffeln in Gemüsesoße. Meine Freundin hat nicht viel für scharfes Essen übrig. Also bestellen wir beide Gerichte in der milden Variante. In Südostasien wird wesentlich schärfer gegessen als in Deutschland. Wer nicht nach jedem Happen Feuer spucken will, sollte hier lieber auf Nummer sicher gehen.

Als gratis Apetizer vor dem Essen bringt die Kellnerin uns Papadamas an dreierlei Soßen. Die frittierten Linsenfladen schmecken wie Chips mit Kümmel und können je nach Geschmack in Mango-Chutney, Minzyoghurt oDSC_0164[1]der Chilipaste gedippt werden. Die kostenlose Vorspeise füllt den Bauch nicht, macht aber Lust auf mehr. Zeit für den Hauptgang. Wie es in indischen Restaurants üblich ist, werden beide Gerichte mit Beilagen in die Mitte des Tisches gestellt. So teilen wir uns beide Currys, Brot und Reis. Nach dem ersten Bissen bin ich schon im Himmel. Der Frischkäsewürfelchen schmecken luftig, die Soße fruchtig-cremig. Die indische Küche entzieht sich weltweit jedes Vergleichs. Die Köche benutzen Gewürze, die wir im Westen nicht kennen oder ganz anders gebrauchen. Die meisten Speisen haben eine süßlich-herbe Note. Am ehesten kenne ich diesen Geschmack von Weihnachtsgebäck und Lebkuchen. Das klingt zunächst befremdlich und ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Wer noch nie indisch gegessen hat, sollte das aber auf jeden Fall nachholen. Zum Beispiel im Taj Mahal.

Wo kann man in Trier besonders lecker vegetarisch essen? Ihr kennt die Antwort und euer Lieblingslokal war noch nicht beim Veggie-Guide dabei? Kein Problem! Ihr könnt mir unter daaldi91@gmx.de gerne eure Empfehlungen mailen.