Egal, ob Musik, Filme oder Essen: Alles was aus den Vereinigten Staaten kommt, gilt in Europa heute als modern und angesagt. Hollywood regiert die lokalen Kinos, und amerikanische Fastfoodketten sprießen aus dem Boden wie Pilze. Langsam aber sicher schleichen sich deswegen auch immer mehr Anglizismen in die Alltagssprache. Gerade in der Werbung werden wir praktisch mit englischen Adjektiven zugeschmissen: extra-strong, glamourous, longlasting, whitening und so weiter. Opi und Omi kommen da schon längst nicht mehr mit. Meine Großmutter hätte mit Sicherheit auch einige Schwierigkeiten mit der Speisekarte im Restaurant Louisiana.

Dass „SalIMG_4434ad“ wohl Salat heißt und mit „Fries“ eigentlich Pommes gemeint sind, hätten sie wohl noch aus dem Kontext erschließen können. Bei „Bar-B-Qed Baby Back Ribs“ oder „Surf & Turf“ wird es dann aber schon schwieriger. Vielleicht gehört meine Oma aber einfach nicht zur Zielgruppe des Ladens. Die steht ja ohnehin nicht so auf Burger, Wraps und Co. Geschmacklich könnte sie da aber etwas verpassen. Im Louisiana gibt es klassische amerikanische Diner-Küche, das heißt so ziemlich alles was man von McDonalds und Konsorten kennt, aber auf deutlich höherem Niveau. Außerdem gibt es eine wesentlich größere Auswahl an fleischlosen Gerichten. Um nur einige zu nennen: Gekochte Kartoffeln mit Sourcream, Nudeln mit Grillgemüse in Sahnesauce, Salat mit Knoblauchbrot und natürlich auch Wraps und Burger. Das meiste davon ist nicht unbedingt diättauglich, aber dafür frisch zubereitet (oder „homemade“ wie es hier heißt) – auch die leckere Limo mit Minze und Limetten. Für diejenigen, die der Fleischeslust nicht abeschworen haben, gibt’s im Louisiana natürlich noch wesentlich mehr Auswahl – so ziemlich alles was mit „Beef“ oder  „Chicken“ kombiniert werden kann, findet sich irgendwo auf der Karte.

IMG_4433Ich hab mir natürlich einen Burger mit Pommes bestellt. Wenn schon ungesund, dann richtig. Der Kichererbsen-Patty war saftig, das Ciabatta-Brot knusprig. Die „Cajun Fries“ mit Dip, die ich mir dazu bestellt hab, waren genau nach meinem Geschmack – pikant gewürzt und knusprig. Viel besser geht es eigentlich nicht – wer schon mal einen „Veggie-Burger“ bei Burgerking probiert hat, weiß, dass man da so einiges falsch machen kann. Wahrscheinlich habe ich schon beim Mittagessen genug Kalorien für die ganze Woche zu mir genommen – geschmeckt hats trotzdem ausgezeichnet. Wer Zeit fürs Verdauen braucht, kann sich auch vor den Fernseher parken. Sportevents und wichtige Fußballspiele werden hier übertragen.

Das Louisiana in Trier gehört übrigens zu einer Kette, die es auch in Großstädten wie Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt gibt. Benannt ist sie nach einem Bundesstaat im Süden der USA. Die Südstaatenatmoshpäre soll hier wohl auch über die englischsprachigen Karten transportiert werden. Wer keine Angst vor Anglizismen hat, kann im Louisiana lecker und preiswert essen. Auch Vegetariern kann ich das Restaurant bedenkenlos empfehlen. Veganer werden hier dagegen nicht satt (zu viel Käse und zu viele Soßen auf Majo-Basis). Aber keine Sorge. Im nächsten Teil meines kleinen Restaurantführers werde ich wieder einen Laden vorstellen, in dem ihr auch was findet.

Wo kann man in Trier besonders lecker vegetarisch essen? Ihr kennt die Antwort und euer Lieblingslokal war noch nicht beim Veggie-Guide dabei? Kein Problem! Ihr könnt mir unter daaldi91@gmx.de gerne eure Empfehlungen mailen.