Am Tante Guerilla in der Fleischstraße 44 kann man leicht vorbeilaufen. Der unscheinbare Laden in der Nähe der Haltestelle „Karl Marx Haus“ liegt versteckt zwischen einem Schuhgeschäft und einer Bäckerei – ein Blick hinein lohnt sich aber. „Strasse, Punkrock, Skateboarding“ verspricht das Schild über der Tür – all das gibt es im Tante Guerilla auf engstem Raum: Ein beachtliches Plattenregal, Bücher, jede Menge Skater-Klamotten, Bandshirts und allerlei Krimskrams, wie Piercings, Schmuck und Gürtel. Rundum alles, was das Punkerherz begehrt.

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Als ich durch die Tür komme, dringt sofort die warme Stimme von Smiths-Sänger Morrisey an mein Ohr. „There’s a light that never goes out“, haucht es aus den Boxen und sofort fühle ich mich wohl. Das Personal des Ladens ist jung, freundlich und vor allem angenehm unaufdringlich. Ich kann stundenlang herumstöbern, ohne dass ein Mitarbeiter mir auf Schritt und Tritt folgt.

Zunächst sehe ich mich im hinteren Teil des Ladens um. Hier hängen Jeans, Kapuzenjacken und T-Shirts von Marken wie Cleptomanicx oder Cheap Monday. Frauen und Männer, die Skaterkleidung mögen, werden hier gleichermaßen fündig. Außerdem bietet der Laden eine Reihe von schlichter Basic-Kleidung in allen erdenklichen Farben an.

Wer Sneaker ohne Leder sucht, ist in der Fleischstraße 44 ebenfalls an der richtigen Adresse. Auf Nachfrage verraten euch die Mitarbeiter gerne, welche Schuhe aus veganen Materialien bestehen.

Überhaupt legt Tante Guerilla großen Wert auf die Herkunft der Produkte. Das fängt schon bei der Fairtrade-Limonade im Kühlschrank neben der Kasse an. Wie man der Website des Ladens entnehmen kann, sind außerdem alle Klamotten, die man im Laden kaufen kann, „sweatshopfree“ produziert worden – also nicht unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen.

Man kann also guten Gewissens mit vollen Einkaufstüten aus dem Geschäft gehen. Ein verlockender Gedanke. Dabei war ich dieses Mal ja eigentlich nur zu Recherchezwecken im Tante Guerilla… Trotzdem habe ich es wie immer nicht aus der Tür geschafft, ohne wenigstens zwei, drei Platten mitzunehmen.

 

Christian Altmayer