Jeder kennt das Problem:

Der Kleiderschrank ist voll und man findet trotzdem nichts zum anziehen.

Doch es gibt Tricks, wie man aus alten Teilen etwas ganz Neues macht oder alte Sachen mit einfachen Handgriffen aufpeppen kann.

Heute bringe ich euch den Trend ,Upcycling‘ näher.

Upcycling bedeutet so etwas wie Wiederverwertung oder Aufbereitung alter Teile.

So werden alte, aussortierte Sachen in neuwertige Produkte umgewandelt.

Ich möchte euch zeigen, wie man ohne viel Näherfahrung und mit wenig Zeitaufwand einen alten Pullover in eine Mütze und ein Paar Handschuhe verwandeln kann.

Wenn man sich nicht von einem Strickpullover aus dem letzten Winter trennen kann, gibt es im Second Hand Shop viele Modelle mit schönen Mustern.

Ich habe mich für einen orangefarbenen Grobstrickpullover mit Metallicfäden entschieden.

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Man braucht nur wenig Materialien und Handwerkszeug, um kreativ zu sein. Unverzichtbar ist allerdings eine Nähmaschine. Foto: Carolin Hinz

Für das Projekt Mütze + Handschuhe braucht ihr:

einen alten Pullover mit Strickbündchen, Kreide oder einen Markierstift, Stecknadeln, eine Schere und eine Nähmaschine.

Um eine gut sitzende Mütze zu nähen, nehme ich einfach meine alte Lieblingsmütze, die mir so gut passt. Man kann auch auf Nummer sicher gehen und den eigenen Kopfumfang zusätzlich mit einem Maßband vermessen und übertragen.

Und los geht‘s.

Ich beginne mit den Handschuhen.

Wenn die Ärmel des Pullovers breit genug sind, lassen sie sich gut für die Handschuhe verwenden.

Zuerst wende ich den Pullover auf links und lege mein Handgelenk direkt am Ärmelsaum an. Die Hand liegt nun auf dem Stoff und den Daumen spreize ich leicht ab, um später einen perfekt sitzenden Handschuh zu erhalten.

Einfach die eigene Hand als Muster für den Handschuh nehmen und aufzeichnen. Foto: Carolin Hinz

Nun nehme ich einen Filzstift oder ein Stück Kreide, um den Umriss der Hand auf dem Strick einzuzeichnen, dabei lasse ich etwa einen Zentimeter Platz zwischen Fingern und der Linie. Dies ist nun meine Nahtzugabe.

Man kann sich auch auf einem Blatt Papier eine Schablone anlegen, mit der man einen gleichmäßigen Handschuh aus dem Stoff ausschneiden kann.

So sieht das Handschuhmuster fertig aufgezeichnet aus. Nun muss es ausgeschnitten werden. Foto: Carolin Hinz

Als nächstes stecke ich beide Stofflagen zusammen und schneide den ersten Handschuh aus. Danach kann ich ihn durch gespiegeltes Auflegen und Feststecken auf den anderen Ärmel verdoppeln.

Mit der Nähmaschine wird alles zusammengenäht. Foto: Carolin Hinz

Nun nähe ich den Handschuh unter Beachtung meiner Nahtzugabe zusammen, wende ihn und probiere ihn an. Falls er noch nicht perfekt passt, kann man immernoch etwas nachbessern.

Jetzt ist die Mütze dran.

Für die Mütze eignet sich am besten das untere Ende des Pullovers, das Strickbündchen garantiert einen guten Sitz am Kopf.

Eure Lieblingsmütze dient am besten als Muster für die neue Mütze. Foto: Carolin Hinz

Ich lege nun meine alte Mütze auf den Pullover und zeichne mit dem Filzstift den Umriss nach. Auch hier beachte ich, dass ich etwa einen Zentimeter Nahtzugabe hinzugebe.

Danach stecke ich wieder die zwei Stofflagen zusammen, schneide die neue Mütze aus und nähe sie zusammen.

Dann wird auch die Mütze ganz einfach und vorsichtig aus dem Strickpulli ausgeschnitten. Foto: Carolin Hinz

Nach Wenden und Anprobieren der Mütze kann ich wieder ein paar Änderungen vornehmen, falls sie noch nicht richtig passt.

Und fertig ist das Set aus Mütze und Handschuhen aus einem alten Pullover.

Der Winter kann kommen: So sehen Mütze und Handschuhe fertig aus. Foto: Carolin Hinz

Hier noch ein paar Tipps zur Verarbeitung von gröberen Strickstoffen:

Es kann vorkommen,dass sich die Nähte nach dem Wenden bei manchen Strickstoffen leicht wellen. Dem kann man entgegenwirken, indem man die Umrisse auf dem Stoff einzeichnet und die Stofflagen zusammennäht, bevor man sie ausschneidet.

Außerdem empfiehlt es sich bei Strickstoffen die Kanten zu versäubern, das heißt, man näht die Stofflagen mit einer Overlock-Maschine zusammen oder wer keine besitzt, kann auch einfach den Zickzackstich seiner Nähmaschine dafür verwenden.

Von Carolin Hinz